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Achterbahnunglück auf der Cranger Kirmes

Als Kind liebte ich die Kirmes. Damals kannte ich jedoch nur die MaVoFe, die Pflaumenkirmes in Lütgendortmund und die Osterkirmes am Fredenbaum. Meine erste große Achterbahnfahrt erlebte ich erst viele Jahre später, dann auf der Cranger Kirmes.

Jeden Sommer, wenn der Juli zu Ende ging, wartete ich gespannt darauf, dass die Schausteller nach Marten kamen und ihre Attraktionen aufbauten. Dann lief ich stets vom Sadelhof bis zum Marktplatz auf und ab, um den Arbeitern an den Fahrgeschäften und Verkaufsständen meine Hilfe anzubieten. Nun gut, in diesem Alter konnte man körperlich vermutlich noch nicht viel helfen. Gelegentlich, wenn es heiß war und die Sonne schien, erhielt man den Auftrag, den Schaustellern an der nächsten Bude Wasser oder Cola zu besorgen. Mit etwas Glück blieben dann ein oder zwei Groschen als kleines Taschengeld übrig.

Die Cranger Kirmes kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nur vereinzelt wiesen Plakate an Losbuden und Imbissständen darauf hin, dass direkt im Anschluss an die MaVoFe die große Kirmes in Herne stattfand. In jenem Jahr ereignete sich jedoch ein Unglück an der Looping-Achterbahn in Crange: Ein Wagen prallte während der Fahrt gegen einen stehenden Wagen. Dabei wurden mehr als 20 Fahrgäste verletzt, drei davon schwer. Im Jahr 1980 musste sich der Betreiber der Achterbahn vor Gericht verantworten.

Als ich zum ersten Mal die Cranger Kirmes besuchte, konnte man die neue Viererlooping-Achterbahn „Thriller“ schon von weitem sehen. Für mich stand sofort fest: Da musst du mitfahren! Das hätte ich wahrscheinlich auch gemacht, wenn ich damals von dem Achterbahnunglück gewusst hätte.

Ruhr-Nachrichten 11.08.1978 Nr. 184 M3 Ruhr-Nachrichten 07.02.1980 Nr. 32 M3