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Freizeitparadies Tropa Mare ist pleite

Das damals größte Freizeitparadies Europas befand sich in der Dortmunder Nordstadt, direkt neben dem damaligen allkauf (heute Kaufland) an der Bornstraße. Die Insolvenz war nicht die einzige Nachricht, die das Tropa Mare in den folgenden Jahren bekannt machte. Ich kannte das Spaßbad nur von einem Besuch mit meiner Grundschulklasse und habe es bis heute gut in Erinnerung.

Im April 1975 eröffnete das für etwa 22 Millionen DM erbaute Spaßbad auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Kaiserstuhl im Dortmunder Norden. Die Stadt Dortmund stellte keine finanziellen Mittel für den Bau des Freizeitbades bereit. Bei den Planungen rechnete man mit 800.000 bis 2,3 Millionen Besuchern pro Jahr. Tatsächlich lag die Zahl der Gäste bis zur Insolvenz jedoch nie über 400.000 jährlich. Die Besucherzahlen gingen bereits in den ersten drei Monaten nach Eröffnung deutlich zurück, sodass eine Insolvenz schnell absehbar war. Der ursprüngliche Eigentümer übernahm daraufhin die Leitung und hielt das Tropa Mare weiterhin am Leben. Nach und nach wurde das Angebot kontinuierlich erweitert, sodass zum Spaßbad mit Wellenbecken auch Solarien (im Preis inbegriffen), ein Restaurant, ein Haarstudio, eine Sauna, Tischtennisplatten, Gymnastikkurse und Kegelbahnen hinzukamen. Selbst ein Hotel mit 58 Betten gehörte später dazu. Mehrfach musste das Bad wegen Renovierungsarbeiten geschlossen werden. Einige Berichte nannten Bergschäden als Ursache, andere führten den Renovierungsbedarf auf Vandalismus zurück. Der damalige Eintrittspreis von 8 DM für den ganzen Tag erscheint aus heutiger Sicht sehr günstig.

Wir waren einmal mit unserer Grundschulklasse im Tropa Mare. Besonders gut erinnere ich mich an das Wellenbecken, dessen Boden mit Sandimitat bedeckt war, sowie an die großen Segelboote am rechten Beckenrand. Die Boote hatten innen einen langen Tisch, an dem man gut essen konnte, und waren deshalb sehr begehrt. Die meiste Zeit rannten wir Jungs herum, bis endlich ein Boot frei wurde und wir uns dort niederlassen konnten. Wer wollte als Kind nicht einmal Kapitän eines kleinen Segelboots sein? In einem Zeitungsbericht ist zu lesen, dass Schulklassen gar nicht besonders willkommen waren. Um Senioren den Besuch des Bades angenehmer zu gestalten, hatten Schulgruppen von Donnerstag bis Samstag überhaupt keinen Zutritt.

Als Kind war ich begeistert von den Umkleiden. Damals kannten wir nur die weiß gefliesten Sammelumkleiden im städtischen Hallenbad. Im Tropa Mare dagegen hatten auch Kinder eigene Umkleidekabinen mit zwei Türen: Durch die eine ging man mit Badehose hinein, durch die andere kam man angezogen wieder heraus. Leider vergaß ich in der innovativen Umkleide vor lauter Begeisterung meine Bademütze. Wann wir den Ausflug ins Tropa Mare unternahmen, weiß ich nicht mehr genau. Es muss jedoch vor April 1981 gewesen sein, denn auf Zeitungsfotos ist zu erkennen, dass die bisherigen großen Boote nun durch deutlich kleinere ersetzt wurden.

Nicole erinnerte mich daran, dass Michael beinahe ertrunken wäre. Das hatte ich selbst nicht mitbekommen, kann mich aber gut an die Aufregung darüber auf der Rückfahrt erinnern.

Westfälische Allgemeine Zeitung, 26.08.1976, Nr. 192 DO2 Ruhr-Nachrichten, 03.06.1977 Nr. 127 DO3 Westfälische Allgemeine Zeitung, 22.12.1977, Nr. 296 DO3 Westfälische Allgemeine Zeitung, 21.06.1978 Nr. 140 Ruhr-Nachrichten, 22.06.1978 Nr. 140 DO1 Westfälische Allgemeine Zeitung, 02.08.1978 Nr. 176 DO3 Ruhr-Nachrichten, 29.08.1978, Nr. 199 DO1 Ruhr-Nachrichten, 01.09.1978, Nr. 202 DO4 Ruhr-Nachrichten, 06.04.1981, Nr. 81 DO2