Die Sommerzeit ist da
Die Monate von April bis September waren für uns Kinder schon immer die beliebtesten. Die meiste Zeit verbrachten wir draußen, und dass es nun am Abend eine Stunde länger hell ist, hätte uns gut gefallen – wenn wir davon gewusst hätten.
Frankreich war das erste europäische Nachbarland, das die Sommerzeit einführte. Kurz darauf folgten unter anderem die BeNeLux-Staaten, Griechenland, Italien und Spanien. Allerdings unterschieden sich damals noch die Termine für den Beginn und das Ende der Zeitumstellung in den einzelnen Ländern. Wer damals mit seinen Eltern in diese Länder verreist ist, hatte die Sommerzeit möglicherweise schon früher kennengelernt.
In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Sommerzeitregelung erst im Jahr 1980 eingeführt. Man wollte zunächst abwarten, bis auch die DDR die Zeitumstellung übernahm, um neben der politischen Teilung des Landes nicht zusätzlich eine unterschiedliche Zeitregelung zu schaffen. Als Reaktion auf die Ölkrise im Jahr 1974 erhoffte man sich durch die Einführung einer Sommerzeit vor allem eine Einsparung von Energie. Zudem sollte den Menschen mehr Zeit für Aktivitäten nach der Arbeit bleiben. Bereits wenige Tage nach der Einführung berichteten jedoch die Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen (VEW), dass sich der Stromverbrauch ihrer Kunden nicht verändert hatte.
Auch für mich als Kind brachte die Sommerzeit kaum Vorteile. Zwar war es draußen länger hell, doch ich zumindest musste mich nicht am Sonnenstand orientieren, sondern pünktlich nach der Uhrzeit zu Hause sein.
Ruhr-Nachrichten 01.04.1977 Nr. 77 Ruhr-Nachrichten 29.12.1979 Nr. 301 Westfälische Allgemeine Zeitung 18.04.1980 Nr. 91 DO2