Steinhammer Grundschule
Unser erster Schultag war vermutlich der 24. August 1977. In Dortmund wurden die Erstklässler in jenem Jahr erst am Mittwoch nach den Sommerferien eingeschult. Die Wettervorhersage für diesen Tag kündigte wolkiges Wetter mit Aufheiterungen und kaum noch Niederschlag bei etwa 20 Grad an. Bis dahin war der Sommer regelrecht ins Wasser gefallen.
Unser erster Klassenraum lag direkt rechts neben dem Haupteingang und bot einen Blick auf die Straße. Wir Kinder suchten uns einen Platz an den zu Rechtecken zusammengestellten Tischen, während die stolzen Eltern, Großeltern und Verwandten hinten an der Wand standen.
Nachdem sich Frau Schauerte als unsere Klassenlehrerin vorgestellt und die notwendigen Formalitäten erledigt hatte, lernten wir sofort ihre ausgeprägte musikalische Seite kennen – eine Eigenschaft, die uns in den folgenden vier Jahren noch oft begegnen sollte. Gemeinsam sangen wir das Lied von der Vogelhochzeit aus voller Brust und mit lauten Kinderkehlen. Unsere erste Hausaufgabe bestand darin, bis zum nächsten Tag ein Bild zur Vogelhochzeit zu malen.
Lange Gechichte
Unsere erste Schule blickt auf eine lange Geschichte zurück und trug im Laufe der Zeit verschiedene Namen, bevor sie schließlich zur Steinhammer-Grundschule wurde. Bereits 1896 wurde an der Mühlenstraße (heute Schulte-Heuthaus-Straße) die Josefschule als katholische Schule eröffnet. Weitere Schulen in Marten waren damals die Wilhelmschule an der Victoriastraße (heute Wischlinger Weg, Ecke Martener Straße) sowie die Bismarckschule an der Bochumerstraße (heute Steinhammerstraße, Ecke Martener Straße). Als Marten im Jahr 1928 nach Dortmund eingemeindet wurde, mussten einige Straßen und Schulen umbenannt werden, da ihre ursprünglichen Namen in Dortmund bereits vergeben waren. So wurde aus der Josefschule die Winfriedschule, und die Wilhelmschule erhielt den Namen Steinhammerschule.
In den Kriegsjahren diente die Steinhammerschule als Heim für die Hitlerjugend (HJ). Gleichzeitig wurde die Bismarckschule in Steinhammerschule umbenannt, und die Winfriedschule erhielt den Namen Beethovenschule. Nach dem Krieg bekam die ursprüngliche Steinhammerschule ihren alten Namen zurück und fungierte bis 1968 – ebenso wie die Beethovenschule – als Volksschule für die Klassen 1 bis 8. Dann wurde das Schulsystem neu strukturiert: Aus den Volksschulen entstanden die Grund- und Hauptschulen. Die Beethoven- und die Steinhammerschule wurden zu Grundschulen für die Klassen 1 bis 4, bevor sie in darauffolgenden Jahr im Gebäude der Beethovenschule an der Schulte-Heuthaus-Straße zusammengelegt wurden. Seit 1969 heißt sie nun Steinhammer-Grundschule, städtische Gemeinschaftsschule.
Ruhr-Nachrichten 20.08.1977 Nr. 192 DO1 Westfälische Allgemeine Zeitung 24.08.1977 Nr. 195 KRAMER, Sabine, 1992. Die Schulgemeinde Marten: ein Beispiel für westfälische Schulgeschichte. Seiten 6, 29, 41, 42Dortmund: Museum für Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Dortmund